Hat zwar nichts mit Film zu tun, aber da 1. Comics sowieso irgendwie mit Film artverwandt sind (so sagt man), 2. es immer mehr Comic-Verfilmungen gibt und 3. ich früher selbst mal Strips zeichnete, kommt hier eine kleine Empfehlung: Die Wienerin Nina Ruzicka hat sich einen Ruck gegeben, und ihr äußerst erfolgreiches Online-Comic Der Tod und das Mädchen endlich zu Papier gebracht (zumindest den ersten Teil davon). Der Strip lief auf dem Comic-Channel des ORF ( http://comics.orf.at im Archiv findet Ihr die Comics) und als der Channel im Juli 2005 eingestellt (Sch***-ORF) wurde, hatte ihr letzter Strip eine Leserschaft von 100.000 Usern.
Um was geht es: Der Tod wandelt wieder mal auf Erden und sucht die Sterblichen heim. Was niemand weiß: Der Tod siegt nur dann, wenn man ihm in die Augen schaut und seinen Namen nennt. Und deren gibt es viele: Gevatter, Sensenmann, Der Schnitter... auch Beleidigungen und sonstige Bezeichnungen akzeptiert er, da ist er nicht kleinlich. Pech nur, d ass der finstere Geselle auf einer viel befahrenen Autobahn ausgerechnet auf das Mädchen trifft, das ihm schon in ihrer frühesten Kindheit ein Schnippchen geschlagen hat. Sie kennt sein Geheimnis und so sterben zwar viele auf der Autobahn, aber nicht sie, deren Lebensuhr eigentlich schon längst abgelaufen ist.
Man sagt der Wiener Seele oft einen Hang zum Morbiden nach. Vielleicht war das mal, bedingt durch Zeiten wie die Pest, die Türkenbelagerungen oder zwei Weltkriege. Ja, in Zeiten der Not hatte man nicht viel zu lachen, aber gerade ein Lachen nimmt dem Tod manchmal seine Schärfe. Und gerade Personen, die dem Sensenmann ein Schnippchen schlagen konnten, wurden zu Helden (man erinnere sich nur an den lieben Augustin, der besoffen in eine Grube voller Pestleichen fiel und unbeschadet davon kam).
Auch heute gibt es Stätten, die dieser Morbidität huldigen, wie z.B. den Zentralfriedhof, die Michaeler Gruft mit ihren mumifizierten Toten oder der Friedhof der Namenlosen in Albern doch irgendwie sind sie nicht mehr so im Bewusstsein der jungen Wiener verankert. Ja, Wien ist in einer gewisser Weise weltoffener geworden mit seinen international gleich geschalteten Starbucks-Cafés und H&M-Plakaten.
Helmut Qualtinger ist schon lange tot, Ludwig Hirsch und Georg Danzer musizieren noch aber einem jüngeren Publikum wird das höchstens als Kuriosum etwas sagen. Und die Sterbevereine, in die man jahrelang einen kleinen Beitrag einzahlt, damit man am Ende eine ordentliche Bestattung a scheene Leich rausspringt, haben ihre Hochzeit schon hinter sich. Und nun kommt ein Comic daher, das gerade diese Todessehnsucht, diese Verbrüderung mit dem Tod zelebriert. Einfach lesenswert!
INFO: Nina Ruzicka: Der Tod und das Mädchen Comic, 64 Seiten. Die Biblyothek, Leipzig 2005 - http://www.diebiblyothek.de. ISBN 3-9810480-0-8, 12 Euro. Homepage Nina Ruzicka: http://www.cartoontomb.de.
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Der Tod und das Mädchen Ein Comic
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